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Chronik

 

Geselligkeitsverein Viktoria

 

Um das Jahr 1890 herum gab es in dem kleinen Städtchen Bad Orb im Spessart viele Zusammenschlüsse von gleichgesinnten nahezu gleichaltrigen Interessengruppen. Die Anzahl der Mitglieder dieser Clübchen war oft nicht größer als 5 bis 10 Personen. Die Interessen dieser Gemeinschaften waren sehr verschieden. So trafen sich die einen, um gemeinsam das Tanzen zu lernen, andere wiederum betätigten sich sportlich oder frönten der Pfeifenraucherei. Aus diesen "Clübchen" heraus besprachen sich am 01.03.1892 die Herren Franz Fries, Johann Kesselring, Robert Büttner und Ludwig Hofacker und gründeten einen Verein für Unterhaltung und geselliges Beisammensein. Bei der ersten Zusammenkunft am 08.03.1892 auf der Küppelsmühle waren außer den Vorgenannten noch elf weitere Herren der Einladung gefolgt. Zum 1. Vorsitzenden wurde Gustav Schmitt gewählt. Schon bei der ersten Zusammenkunft waren sich die hierbei Erschienenen einig, dass die Hauptaufgabe des gegründeten Vereins die Geselligkeit sowie die gegenseitige Hilfe untereinander sein sollte. Selbstverständlich legte man sich auch einen eigenen Vereinsgruß zu. Dieser lautet "FRISCH AUF".  Am 19. Juni 1892 wurde im Saal der Gaststätte "Goldener Engel" schon der erste Ball abgehalten. Die Mitglieder trafen sich am Anfang jeden Sonntag im Vereinslokal, welches bis zum 12.Juni 1892 auf der Küppelsmühle war. Danach traf man sich im Vereinslokal "Goldenes Rad" am Wendelinusbrunnen, welches dem 1. Vorsitzenden gehörte. Nach dessen Amtsniederlegung am 04. Dezember 1892 wurde im neuen Vereinslokal, der Gaststätte "Bierjakob" der seitherige Schriftführer Franz Fries zum 1. Vorsitzenden gewählt. 


Schon an Weihnachten 1892 wurde auf der Küppelsmühle die erste Weihnachtsfeier abgehalten.

 

Im Frühjahr 1893 fanden die ersten Auszüge zum "Bierjakobsgarten" statt. Der Verein hatte bei diesen Auszügen eigene Pfeifer und Trommler, die auf Vereinskosten das Spielen erlernten. Am Abend fand im Vereinslokal ein Ball statt.

Da der Erste Vorsitzende am 8. Oktober 1893 zum Militär eingezogen wurde, übernahm Herr Wiederspahn die Vereinsleitung, jedoch auch er wurde schon am 7. Oktober 1894 eingezogen und an seine Stelle trat Heinrich Acker I als Erster Vorsitzender. Nachdem Franz Fries im Jahre 1896 vom Militär entlassen war, nahm er wieder das Amt des Ersten Vorsitzenden ein. An allen Festen, die in Bad Orb abgehalten wurden vom Fackelzug anläßlich Kaisers Geburtstag bis zu Festlichkeiten der anderen Vereine beteiligte man sich. Am 26. März 1899 stellte Heinrich Acker II den Antrag, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Am 11. Juni 1899 wurde die Fahne von dem eigens gegründeten Komitee bei der Firma Rupp in Frankfurt in Auftrag gegeben. Zum ersten Fahnenträger wurde Ludwig Fischer gewählt.

 

Am 6. August 1899 fand die Fahnenweihe, verbunden mit einem Fest, im "Bierjakobsgarten" statt. Eine der Grundeinstellungen des Vereins wurde auf die Fahne gestickt: "Frei sei dein Sinn und frei das Herz stets Einigkeit in Ernst und Scherz." Für die Fahne wurde von den Mitgliedern 633,12 Mark gesammelt. Die Fahne kostete 456,- Mark, die Feier der Fahnenweihe hatte Unkosten von 175,21 Mark gebracht. Für die Vereinskasse entstanden durch die Anschaffung und die Einweihung der Fahne keine Kosten. Der Vorstand stellte mit äußerster Befriedigung fest, daß alles aus Spenden der Mitglieder bestritten werden konnte. Am 1. Januar 1901 wurde eine eigene Krankenkasse für die Vereinsmitglieder gegründet. Danach erhöhte sich der monatliche Vereinsbeitrag von 0,20 Mark auf 0,40 Mark. Ein Krankentagegeld von 80 Pfennig war bei dem damaligen Stundenlohn von etwa 10 Pfennig ganz beachtlich. Doch auch damals schon sahen sich die Stadtväter genötigt, auf das Krankengeld eine Steuer zu erheben. Die Krankenkasse konnte durch die Inflation leider nicht aufrecht erhalten werden und so wurde am 3. Juni 1923 beschlossen, die Kasse auf unbestimmte Zeit ruhen zu lassen. Nachdem Franz Fries im Jahre 1907 verstorben war, wurde A. Acker zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Er hatte dieses Amt bis 12. März 1911 inne, danach wurde Erster Vorstand J. Stock.

In der Generalversammlung 1913 wurde Ph. Heßberger zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Der häufige Wechsel der Vorstände war schon auf die Kriegsvorbereitungen zurückzuführen. Den Hinterbliebenen der im Krieg gefallenen Vereinsmitglieder wurde ab 1914 ein Sterbegeld gezahlt. Wer sich im Krieg befand, brauchte keine Beiträge zu entrichten. Am 30. Mai 1915 beschließt die Versammlung, daß der derzeitig amtierende Vorstand in seinem Amt auf Kriegszeit verbleiben soll. Am 12.Januar 1919 fand wieder die erste Versammlung statt. Während des Krieges waren sechs Mitglieder gefallen, ein Mitglied vermißt und drei gestorben. Drei Mitglieder waren noch in Gefangenschaft.

Am 14. März 1920 zählte der Verein 149 Mitglieder. Der monatliche Beitrag  betrug im Jahre 1923 50,- Mark.

Bei einem Todesfall wurden an die Hinterbliebenen 1.000,- Mark ausgezahlt. Das 30-jährige Bestehen des Vereins wird mit einem Auszug zum Cafe Waldmühle und einem Ball am Abend im Vereinslokal gefeiert. Auf Betreiben von Bürgermeister Schreiber wurde 1926 der Arbeiter- und Samariterbund "Kameradschaft" Bad Orb gegründet. Die Gründer gehörten fast alle dem Verein Viktoria an. Am 10. April 1927 wird Adam Eck zum Ersten Vorsitzenden gewählt.

Der erste Maskenball wurde am 4. Januar 1928 im Bierjakob abgehalten. Am 1.Juni 1929 wurde ein Ausflug zum Cafe Waldfriede, Vogel, unternommen. Anträge auf ein Faß Freibier wurden auch wieder gestellt und meistens angenommen.

Bei der Weihnachtsfeier im Jahre 1932 wurden die zwei noch lebenden Gründungsmitglieder Ludwig Hofacker und Heinrich Harnischfeger zu Ehrenmitgliedern ernannt. Viele der Vereinsmitglieder hatten ihren Arbeitsplatz auch damals schon in Frankfurt am Main. Da sie durch die Arbeit bedingt sehr oft auch ihre Wochenenden in Frankfurt verbringen mußten, war es nicht verwunderlich, daß sie dort der Bad Orber Vereinigung angehörten.

 

Im Mai 1933 wurde die Viktoria Ehrenmitglied bei der Bad Orber Vereinigung in Frankfurt am Main. Durch das Kriegsgeschehen in 1940 kam das Vereinsleben zum Erliegen. Neben allen möglichen Vorschriften und Anordnungen sollte sogar die Fahnenspitze abgeliefert werden. Dieser Aufforderung kam der Vorsitzende Eck aber nicht nach.

Am 16. November 1952 fand dann wieder die erste Versammlung nach dem Kriege statt. Um das Vereinsleben wieder in Gang zu bringen wurde beschlossen, eine Weihnachtsfeier mit Tombola abzuhalten. Da kein Geld für die Gewinne vorhanden war, stiftete jedes Mitglied einen Preis und durfte dafür kostenlos ein Los ziehen. Im Jahre 1953 wurde zusätzlich zur Weihnachtsfeier wieder das Stiftungsfest abgehalten. Am 24. Januar 1954 wurde im Vereinslokal "Bierjakob" wieder ein Maskenball abgehalten. Im darauffolgenden Mai ließ man die von früher her so beliebte Maifeier wieder aufleben. Die vorgenannten Veranstaltungen brachten das Vereinsleben in alter Blüte wieder in Gang. In diesem Jahr verstarb der langjährige Erste Vorsitzende Adam Eck. Er hatte den Verein durch die Kriegswirren geführt und Anfang der Fünfziger Jahre mit viel Eigeninitiative zu neuem Schwung verholfen. In der Jahreshauptversammlung am 16. Januar 1955 wurde Friedrich Bangert zum Ersten Vorsitzenden gewählt. In dieser Zeit hatte der Verein sehr viele Neuaufnahmen zu verzeichnen. Diese Stärkung setzte den Verein in die Lage, auch mit großer Mannschaft an den Rosenmontagszügen teilzunehmen. Initiiert durch ein Schreiben der Stadt Bad Orb aus dem Jahre 1957, welches vorbereitend auf die 900-Jahr-Feier der Stadt hinwies, galt es auch für uns, die Vorbereitungen für dieses große Ereignis anlaufen zu lassen. An der 900-Jahr-Feier im Jahre 1959 nahm der Verein mit 30 Personen teil. Wir stellten die "Ritter von Lauzen", von "Milchling" und "Faulhaber" dar. Auch die Burg wurde maßstabgerecht auf einem Wagen von uns nachgebaut. Da im Jahre 1962 der Verein auf sein 70-jähriges Bestehen zurückblicken konnte, beschloß die damalige Vorstandschaft, eine neue Vereinsfahne anzuschaffen. Am 8. Juli 1962 wurde das 70-jährige Bestehen mit der Fahnenweihe in einem festlichen Rahmen begangen. Nach dem Kirchgang zog man zum Vereinslokal "Bierjakob". Nachdem um 14.30 Uhr die offizielle Feier in der Schulturnhalle angesetzt war, verbrachte man die Zwischenzeit im Vereinslokal, um sich auf den Hauptfestakt vorzubereiten. An diesem Festkommers nahmen außer den Vertretern der Stadt Bad Orb noch nachfolgend aufgeführte Vereine teil: Gesangverein Liedertafel (aktive Teilnahme durch Gesangseinlagen während des Festprogrammes), Turnverein, Radfahrerverein, Feuerwehr, kath. Männerverein, Schützenverein. Der Musikverein begleitete den Verein bei den Ausmärschen sowie beim Festprogramm. Bei den zwischenzeitlich in der Turnhalle abgehaltenen Maskenbällen gaben Vereinsmitglieder schon humoristische Einlagen.

Am 8. November 1964 wurde der Verein vor eine schwerwiegende Tatsache gestellt. Das Vereinslokal "Der Bierjakob" wurde uns nach 72 Jahren aufgekündigt. Aus diesem triftigen Grunde heraus wurde die Jahreshauptversammlung am 12. März 1965 in der Gaststätte "Rädereck" abgehalten. Friedrich Bangert wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Erster Vorsitzender wird August Huth. Wie in den Vorjahren wurde in Verbindung mit dem Musikverein Bad Orb das Bratfest abgehalten. Noch im selben Jahr trat der Erste Vorsitzende August Huth zurück. Heinrich Noll wurde während der Herbstversammlung zum Ersten Vorsitzenden gewählt.

Die 75-Jahr-Feier des Vereins im Jahre 1967 wurde im internen Rahmen begangen. Im Cafe Waldfriede war für das leibliche Wohl gut vorgesorgt und es ergab sich ein nettes Beisammensein im kleinen Rahmen. Nach circa vierjähriger Amtszeit mußte Heinrich Noll aus gesundheitlichen Gründen seine Aktivität als erster Vorsitzender aufgeben. Karl Acker, ebenfalls langjähriges Vorstandsmitglied, trat die Nachfolge als erster Vorsitzender an. Das Vereinsgeschehen insgesamt entwickelte sich prächtig, was sehr deutlich an der Beteiligung der Mitglieder an den vielfältigen Veranstaltungen abzulesen war. Folgerichtig wurde 1971 der Schritt vollzogen, die Fremdensitzungen in der Konzerthalle abzuhalten. 1972 übernahm Heinz Metzler von Kurt Menges das Amt des Sitzungspräsidenten. Dieser wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt. Heinz Metzler setzte in seiner 18-jährigen ununterbrochenen Tätigkeit bis 1990 als Präsident Glanzlichter im Orber Karneval.

lm Jahre 1974 legte Karl Acker aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als erster Vorsitzender nieder. Walter Noll trat in die Fußstapfen seines Vaters, der bis vier Jahre vorher den Vorsitz inne hatte. Mit Geschick und großem persönlichen Einsatz (teilweise der ganzen Familie) begleitet er dieses Amt nunmehr 18 Jahre lang. Seit 1976 steht den Frauen die Tür zur Mitgliedschaft in den Verein offen. Als erste Frauen wurden aufgenommen: Hedwig Fuchs, Barbara Müller, Resi Engel und Katharina Kesselring.

Im Jahre 1978 war es soweit. Der Verein übernahm Räume im ehemaligen Gebäude der Stadtwerke Bad Orb in der Bahnhofstraße und gestaltete sein eigenes Vereinsheim (heutiges Haus der Vereine). Bislang hatte man nur einen Raum im ehemaligen Schlachthaus, welches abgerissen wurde. Die Freude am neuen Vereinsheim dauerte nicht lange. Bereits ein Jahr später drangen Rowdies in die Räume ein, zerstörten die Einrichtung und setzten die Räume unter Wasser. Wie so oft griff der Verein zur Eigeninitiative und baute die von der Stadt Bad Orb zugeteilten Räume um und es entstand ein schmuckes Vereinsheim, welches 1980 eingeweiht werden konnte. Als Gäste hatten sich die Herren Pfarrer Rudolf Hofmann, der damalige Bürgermeister Robert Bauer und Herr Jung von der Brauerei Wächtersbach eingefunden.

Im Jahre 1980 begannen auch die vielfältigen Vorbereitungen auf die Feierlichkeiten zum 90-jährigen Bestehen der Viktoria im Jahre 1982. Mitten in diesen Vorbereitungen am 22. Dezember 1981 verstarb völlig unerwartet unser langjähriger verdienstvoller erster Kassierer Friedel Auerbach. Im Jubiläumsjahr mußte der Vorstand umgebildet werden. So avancierte der zweite Kassierer Rudolf Ehmer zum ersten Kassierer und Reinhold Sinsel wurde zweiter Kassierer. In diesem Jahr löste Toni Harnischfeger Rudolf Ehmer als Vereinswirt ab. Nach der Faschingskampagne standen alle Zeichen auf die Feierlichkeiten zum 90-jährigen Vereinsgeschehen gerichtet. Die für damalige Verhältnisse recht aufwendige Festschrift war fertiggestellt, alle Einladungen waren verschickt, alle sonstigen Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen, so daß den offiziellen Feierlichkeiten nichts mehr im Wege stand. Der offizielle Start war der prächtig gestaltete Festgottesdienst am 21. März 1982. Eine Woche später, am 27. März 1982, folgte im Saal des Sängerheimes der Festkommers. Für die festliche Untermalung sorgten dabei der MGV "Sängerlust" Bad Orb sowie das Blasorchester des Musikvereins Bad Orb. Der erste Vorsitzende Walter Noll konnte folgende Ehrengäste begrüßen: Landrat Rüger, FEN-Präsident Heinicke, Landtagsabgeordneten Müller, Pfarrer Hofmann, Bürgermeister Robert Bauer, Stadtverordnetenvorsteher Pfeifer, 1. Stadtrat Metzler und Herrn Jung von der dem Verein eng verbundenen Brauerei Wächtersbach, sowie die zahlreichen Vereinsvertreter von Nah und Fern. Reinhold Sinsel trug den Prolog vor und Heinz Metzler ließ die 90 Jahre Vereinsgeschichte Revue passieren. Dem ersten Vorsitzenden Walter Noll wurde an diesem Abend in Würdigung seiner Verdienste um den Geselligkeitsverein Viktoria die Ehrennadel der Stadt Bad Orb überreicht. 375 Besucher erlebten einen kurzweiligen gelungenen Kommersabend. Im Jubiläumsjahr wurde die Patenschaft für den Geselligkeitsverein in Garitz übernommen, was mit der Fahnenweihe der "Garitzer" offiziell besiegelt wurde.

Zahlreiche Veranstaltungen anderer Vereine, wie diese in jedem Jahr stattfinden, erfreuten sich im Jubiläumsjahr besonders reger Teilnahme.

Im einzelnen sind dies folgende Veranstaltungen:

  • Vereins-Schießen beim Schützenverein 
  • Kegeln beim Wanderclub "Die Neuntöter"
  • Wandern mit dem Turnverein
  • Volksradfahren mit dem Radfahrverein Germania
  • Schwimmen beim Tauchsportverein
  • Fußballturnier beim FSV Bad Orb

Die letzten zehn Jahre vergingen wie im Fluge, wobei wir auf eine wohlorganisierte Vereinsarbeit zurückblicken. Neue Vorstandsmitglieder kamen hinzu: 1984 Edwin Dickert, 1987 Thomas Dickert und Amo Schweitzer. Im gleichen Jahr löste Rudolf Ehmer den bisherigen zweiten Vorsitzenden Anton Schnarr ab. Dieser wurde in Anerkennung seiner Verdienste in 1988 (30 Jahre im Vorstand) zum Ehrenmitglied ernannt und verbleibt somit im Vorstand. Ebenso Karl Acker zieht sich aus gesundheitlichen Gründen nach 25 jähriger äußerst aktiver und konstruktiver Vorstandsarbeit etwas zurück. Er hat fast alle Ämter bis hin zum ersten Vorsitzenden begleitet. Ganz besonders ist der immer präzise ablaufende Bühnenaufbau für die Fremdensitzungen sein Verdienst. Auch Karl Acker ist selbstverständlich Ehrenmitglied im Vorstand. Reinhold Sinsel wurde erster Kassierer, Edwin Dickert zweiter Kassierer. Werner Lerbs scheidet auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus. Unter anderem in Vorbereitung auf das lOO-jährige Bestehen des Vereins werden mit Erhard Walter und Bernd Weisbecker frühzeitig zwei neue Mitglieder in den Vorstand gewählt. Wegen neuer beruflicher Aufgaben muß Toni Reinhard sein Amt als Geschäftsführer, das er viele Jahre mit großem Fleiß geführt hat, abgeben, und Thomas Dickert übernimmt diese Aufgabe im geschäftsführenden Vorstand.

Heinz Metzler, langjähriger Sitzungspräsident konnte aus gesundheitlichen Gründen diesen Posten nicht mehr ausüben. So übernahm 1989 Oskar Stange die Leitung der Sitzungen und für 1990 übernahm Thomas Dickert dieses Amt. Da er aber sich beruflich neu disponierte, musste es wieder eine Änderung geben. Die Sitzungen 1991 wurden kurzfristig wegen des Golfkrieges abgesagt, aber man vereinbarte, dass das bereits ausgearbeitete Programm als Eröffnungssitzung 1991 in der unteren Konzerthalle nachgeholt wird. Während dieser Zeit wurde Edwin Noll zum neuen Sitzungspräsident ernannt. Er war bereits seit 1985 als Büttenredner im Programm.  Im laufe der Jahre standen ihm stets Jürgen Stock und auch Reinhold Sinsel tatkräftig zur Seite.  In dieser Zeit war auch der Elferrat der ersten Stunde im Umbruch, weil viele bewährte Elferräter sich in den „Ruhestand“ begaben. In dieser Zeit wurde auch die legendäre Gruppe Männer 91 von Marion Noll und Erika Harnischfeger ins Leben gerufen. Die Aktivitäten für das große Fest zum lOO-jährigen bestimmen sämtliche Geschehnisse des Vereins und insbesondere des Vorstandes in den letzten zwei Jahren. Die Zeit verging wie im Fluge und es kam das Jahr 1992 in dem der Verein sein 100jähriges Bestehen feierte.

Die beiden Jubiläumsitzungen waren restlich ausverkauft. Man konnte ein schlagfestes Programm den Besuchern anbieten. Markante Geschehnisse waren damals die politischen Vorträge von Hans Woratschek und Dieter Nixdorf, oder auch das legendäre „Dinner for one“ von Bernd Müller und Astrid Stock. In den folgenden Jahren entwickelten sich vor allem die Gruppen, weil die Zahl der aktiven Tänzerinnen immer mehr zunahm. So wurde eine 2. Garde (Nachwuchsgarde) geschaffen und auch in den Kindersitzungen ein Unterbau des Männerballetts.  Auch im Bereich des Trainerstabs wuchsen neue Leute für die Aufgaben heran und übernahmen diese verantwortungsvoll.

Vom 3. - 6. Juli 1992 wurde auf dem Festplatz ein großes Fest mit Fahrgeschäften und Festzelt abgehalten. Nach einem Abend für die Jugend mit der Gruppe Change kamen am Samstag die großen Stars der Volksmusik Marianne und Michael sowie ‚Edward Simoni, die von der Kapelle Musikanten Express begleitet wurden. Nach diesem absoluten Höhepunkt kam dann der Sonntag mit einem großen Festumzug an dem ca. 2000 Teilnehmer in 55 Gruppen teilnahmen, die sich aufteilten in 20 Motivwagen, 10 Musikkapellen, 12 Abordnungen von Karnevalsvereinen und 25 Bad Orber Vereine mit verschiedenen Motiven. Am Montag klang dieses ganz und gar gelungene Fest mit der Ziehung der Tombolapreise aus. Die Brunnenkönigin Judith die 1. Aus den Reihen der Viktorianer zog unter der Aufsicht des Rechtsanwaltes Wolfgang Storck (späterer Bürgermeister von Bad Orb) die Gewinner. Anja Sinsel (eigenes Gardemädchen) gewann den 1. Preis, eine Reise nach Mexiko. Vorher, am 2. Mai 1992 wurde der Kommersabend im Sängerheim abgehalten. Mit einigen kleineren Veranstaltungen ging das Jahr zu Ende.

Im Jahre 1993 setzte sich der damals schon sehr aktive Geschäftsführer Bernd Weisbecker bei seinen Vorstandskollegen durch, mit der Idee der Gründung einer Kindersitzung. Nach sehr aktiven Planungen seiner Frau Ramona, Anette Metzler, Astrid Freiberger und Hildegard Kraut, konnte die 1. Kindersitzung auf die Beine gestellt werden. Im Jahre 1994 wurde Bernd Weisbecker zum 1. Vorsitzenden gewählt. Walter Noll trat nach 20 Jahren aus beruflichen Gründen von diesem Posten zurück. Es folgten viele Jahre mit sehr gut besuchten und erfolgreichen Fremden- und Kindersitzungen, sowie mit den normalen Vereinsveranstaltungen, wie Kappenabend, Frühlingsfest, Brunnenfest, Vereinsausflug, Bratfest und Weihnachtsfeier, die von der vereinseigenen Theatergruppe mitgestaltet wurde. Die hierfür einstudierten Theaterstücke wurden auch bei den jährlich stattfindenden Heimatabenden, die in der Konzerthalle stattfanden, aufgeführt.

 

Im Jahre 1996 hatte der Vorstand die Idee die 5. Jahreszeit mit einer Saisoneröffnungsfeier jeweils am 11.11. des Jahres zu beginnen. Kleinere und größere Kapellen konnten begeistert werden diese Veranstaltung musikalisch zu begleiten. Zur Erheiterung und zum Gelingen dieser Abende wurden kleine Büttenreden von Vereinsmitgliedern, sowie Nachwuchsrednern dargebracht. Auch wurden zu dieser Saisoneröffnung verdienten Vereinsmitgliedern die entsprechenden Orden überreicht. Der Verein war in diesen Jahren sehr erfolgreich, das zeigt sich auch an der Mitgliederzahl, die im Jahr 1998 erstmals die 500 übersprang. Eine besondere Art der Freundschaft zu benachbarten Vereinen, besonders zu dem WCV Wächtersbach zeigt sich darin, dass 1997 mit großem Getöse ein Freundschaftsfußballspiel (600 Zuschauer) in Wächtersbach, Ortsteil Aufenau ausgetragen wurde, das die Viktoria 

mit 5 : 2 Toren für sich entscheiden konnte. 1998 wurde das Rückspiel auf heimischem Gelände ausgetragen und mit
2 : 1 verloren. Dass beide Spiele entsprechend gefeiert wurden braucht nicht extra erwähnt zu werden.

Dann kam das Jahr 2003 in dem der Geselligkeitsverein Viktoria sein 111jähriges Bestehen feierte. Viel organisatorische Arbeit wurde von dem Vorstand, allen voran dem 1. Vorsitzenden Bernd Weisbecker,  in der Vorbereitung aufgewandt um dieses große karnevalistische Jubiläum zu begehen. Wie sollte es anders sein, das Jubiläumsjahr begann mit 5 großen Fremdensitzungen. Sogar das Hessenfernsehen hatte sich angekündigt und übertrug auf Empfehlung der IGMK in Hessen 3 die 1. Sitzung vom 15. Februar 2003. Auch die Kindersitzung am Sonntag war ein großer Erfolg. Am Mittwoch folgte eine Herrensitzung und am Donnerstag die Damensitzung mit der Sitzungspräsidentin Ramona Weisbecker mit einer riesen Beteiligung der benachbarten und befreundeten Karnevalsvereine. Am 22. Februar klang die Sitzungswoche mit der 2. Großen Fremdensitzung aus.  Nun konnte auch unser langjähriger Sitzungspräsident Edwin Noll erst einmal tief durchatmen. E-punkt führt uns seit 1991 erfolgreich als Sitzungspräsident durch unsere jährlich stattfindenden Prunkfremdensitzungen. Am Samstag den 1. März konnten die vielen fleißigen Helfer des Vereins erstmals in diesem Jahr selbst Fasching feiern. In Gemeinschaftsarbeit mit dem Fußballsportverein Bad Orb wurde in deren Vereinsheim ein Kappenabend mit tollen Büttenreden, Sketchen, Tänzen, sowie anschließender Musik bis in den frühen Morgen gefeiert werden. Am Sonntag nahm der Verein wie schon seit vielen Jahren mit seiner Bad Orber Bimmel (Nachbildung der Bad Orber Eisenbahn, die zwischen Bad Orb und Wächtersbach fuhr) an dem Wächtersbacher Karnevalsumzug teil.

Am Montag besuchten viele befreundete Vereine den Bad Orber Rosenmontagszug.

Damit klang für uns die 5. Jahreszeit aus. Am 29. März veranstaltete der Jubiläumsverein in der unteren Konzerthalle ein gelungenes Kindertanzturnier mit 45 Gruppen aus 10 Vereinen. Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist das Abhalten der Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval (IGMK) im Steigenberger Kurhaushotel zu Bad Orb. Nach einer Vorstandssitzung am 27. September und einem gemeinsamen Abendessen mit dem Vorstand des Geselligkeitsvereins Viktoria folgt am 28. September 2003 die Jahreshauptversammlung im Saal des Steigenberger Kurhaushotels. Die Veranstaltung schließt mit einem Bunten Nachmittag.

Danach führte man in den kommenden Jahren immer jährlich abwechselnt

einen Ein- und mehrere Tage - Ausflug durch und konnte stets einen Bus

besetzen.

Im Jahre 2007 war man erneut Gastgeber der IGMK-Jahreshauptversammlung.

Auch diese Veranstaltung wurde wieder im Hotel Steigenberger durch geführt.

Die Repräsentanten der IGMK waren von der Gastfreundschaft und dem Flair

angetan und fühlten sich sichtlich wohl.

In der Mitgliederversammlung 2010 schied Bernd Weisbecker  nach 16 Jahren

aus dem Amt des 1. Vorsitzenden. In Anerkennung seiner Leistung wurde

er von der IGMK mit dem IGMK-Orden in Gold mit Brillianten geehrt. Edwin Noll

wurde von der JH zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. An seine Stelle als Sitzung-

präsident wurde Sebastian Geiger ernannt. Sebastian sammelte bereits Jahre

zuvor Erfahrung auf diesem Posten. Er war in den Sitzungen bereits im Kindesalter

aktiv und stand schon 1993 in der Bütt. Mittlerweile legt man auch den Grundstein

für eine neue Gemeinschaft von 6 Vereinen im Altkreis Gelnhausen zu einer

Kooperation. Zunächst war das 5 Vereine: WCV, LCV, Schlabbedabber, Klopper,

Viktoria, nach einem Jahr gesellten sich die Schelme aus Gelnhausen dazu.

Zweck und Sinn dieser Vereinigung war es einen Aktivenaustausch in den Sitzungen

zu gewährleisten und die Damensitzung und Herrensitzung neu zu gestalten.

Die erste Veranstaltung ist im Jahre 2011, anlässlich des 60. Jubiläums des WCV

in Wächtersbach gewesen. Man benannte die beiden Veranstaltungen „Typisch Frau“

und „Närrisches Männerfrühstück“. Man wollte bei den beiden Veranstaltungen

wieder das Programm auf der Bühne in den Mittelpunkt des Interesses stellen.

Deshalb werden bei der Männersitzung die Spirituosen erst gegen Schluss ausgeschenkt.

Das närrische Männerfrühstück beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück, bevor das

eigentlich närrische Programm beginnt. Diese beiden Veranstaltungen wurden nach

der Premiere in Wächtersbach dann 2012 in Bad Orb mit einem vollen Erfolg durch

geführt. Im Programm hatte man einige Aktive, die bereits Fernseherfahrung

gesammelt hatten, wie „Begge Peder“ usw. Bereits die 2. Veranstaltung dieser Art hier

in Bad Orb war bei den Damen und Herren bereits ausverkauft. Der Austragungsort

sollte nach Möglichkeit jedes Jahr unter den Mitgliedern der Sechserkooperation wechseln.

Seit dem Jahr 2011 hat die Viktoria seine Abendsitzungen umbenannt und neu gestaltet.

Es gab nicht mehr die 1. und 2. Fremdensitzung, sondern eine Traditionelle Sitzung und

eine Showsitzung. Auch änderten sich, ähnlich wie bei den Damen- und Herrensitzungen,

die Programminhalte, da dem Anspruch der Zuschauer genüge geleistet werden.

Zudem wurde auch begonnen das Rathaus am 11.11. zu stürmen, eine Regierungs-

verlautbarung zu verlesen, die Obrigkeiten festzunehmen und dann die Viktoriafahne

am Rathaus zu hissen. Dies wurde im Anschluss mit der Eröffnungsitzung bekundet.

Auch erklärte sich die Viktoria wieder bereit, den Rosenmontagszug zu organisieren.

Jochen Müller wurde zum Zugmarschall ernannt. Man belebte den Zug auch mit den

Mitgliedern der Sechserkooperation, die fast ausnahmslos jetzt mit am Rosenmontagszug

teilnahmen. Ferner wurde der Zug auch mit mehreren Musikzügen aufgestockt und

bereichert. Seit 2014 verkauft man „Zugplakettschen“ zur Unterstützung des Zuges.

Und seit 1996 fährt die Bimmel als Viktoriamotivwagen bei den Zügen in Wächtersbach

und Bad Orb immer mit. Sie fährt und fährt und fährt. Der Kartenvorverkauf beginnt

alljährlich am 11.11. - seit 2011 bietet man auch einen Kartenvorverkauf über die

Internetseite an. Bereits im ersten Jahr gingen mehr wie ein Drittel der Karten über diese Schiene.

Bereits 2015 konnte die Viktoria wieder die Damen und Herrensitzung durchführen.

Die Sitzungen fanden in der Konzerthalle statt. Wegen der Anzahl der Veranstaltungen

auf enger Terminschiene, ließ man die 1. Sitzung in diesem Jahr außen vor und möchte

in 2016 wieder mit einer einer neuen Variante die Abendsitzungen auflegen.

 

Zudem hatte man in 2015 noch ein Jubiläum zu feiern. 50. Sitzungskampagne der

Viktoria. Alle 3 Sitzungen, Damen-, Herren- und Jubiläumssitzungen waren schon

sehr früh restlos ausverkauft. Auch die Kindersitzung war sehr rege besucht.

Man stemmte in dieser Kampagne 4 verschiedene Programme mit sehr bekannten

Akteuren. Erstmals waren auch die Mainzer Hofsänger auf dem Männerfrühstück

aufgetreten. Sie begeisterten die Männer mit Ihrem Programm. Auch Begge Peder

war jetzt schon zum 5. Mal anwesend. Bei den Damen sind schon mehrfach Hiltrud und Karlheinz im Programm gewesen.

 

 

 



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